“Der Menschheit Würde ist
in eure Hand gegeben.
Bewahret sie!
Sie sinkt mit euch;
mit euch wird sie sich heben!”


- Friedrich von Schiller, Die Künstler
Unterricht

Chinesisch-Unterricht in der Oberstufe der Schillerschule

Zu den Schülerinnen vieler diverser kultureller Hintergründe gehören natürlich auch solche, die chinesische oder chinesisch-deutsche Eltern haben. Einige haben, obwohl sie hier geboren sind, eine durchaus enge Verbindung zur chinesischen Sprache ihrer Eltern oder eines Elternteiles.
In einer kleinen Gruppe haben wir auf der Basis besonders guter Vorkenntnisse einen der berühmtesten Romane der modernen chinesischen Literatur "Familie" (Jia 家) von Ba Jin (巴金) (gesprochen Ba Tsin), 1904- 2005, im ersten Halbjahr 2012/13 gelesen und zwar in einer für an chinesischen Universitäten studierende Ausländer gekürzten und mit Vokabelangaben versehenen Fassung, die 1991 vom "Fremdspracheninstitut Peking" erarbeitet wurde. Wenn Sie auch nur ca. ein Zehntel des Originaltextes umfasst, gibt die Fassung einen guten Einblick in den komplexen Roman. Er beschäftigt sich mit den überkommenen Familienstrukturen zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die vor allem das Leben der jungen Generation (und besonders die jungen Frauen) äußerst hemmend beeinflussten.

Unserer Meinung nach sind solche Angebote für den schwierigen Prozess der Identitätsfindung gerade "duokulturell" geprägter Jugendlicher wichtig. Wir nehmen auch damit die kulturelle Mehrdimensionalität vieler Angehöriger der gegenwärtigen jungen Generation großstädtischer Schüler und Schülerinnen ernst und hoffen, mit solchen Angeboten die Entfaltung und Stärkung ihres Selbstbewusstseins zu unterstützen.

Nach eigenen Erfahrungen entspricht diese entfaltete Lektürefähigkeit etwa den Anforderungen des 4. oder 5. Semesters im Chinesisch-Studium.

Das zweite Halbjahr beginnen wir mit der Lektüre (und Übertragung) von Gedichten geschrieben von Ai Qing (gesprochen Ai Tsing), des Vaters des auch bei uns bekannten bildenden Künstlers Ai Weiwei.