„It is better to fight around a negotiation table than on a battlefield.“
Schüleraustausch der Schillerschulen Frankfurt und Leipzig – der Gegenbesuch in Frankfurt
Nach dem Besuch der Frankfurter Schülerinnen und Schüler in Leipzig im Juni war die Vorfreude groß: Es stand der Gegenbesuch der Leipziger an. Sieben Schülerinnen und Schüler reisten gemeinsam mit Schulleiter Knut Schleicher nach Frankfurt.
Die Schulpartnerschaft zwischen der Schillerschule Frankfurt und der Friedrich-Schiller-Schule Leipzig ist etwas Besonderes: Beide Schulen sind die einzigen in ihren Städten, die im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Frankfurt und Leipzig einen deutsch-deutschen Schüleraustausch organisieren. Nach dem Besuch im Juni wurde die Partnerschaft nun durch eine weitere persönliche Begegnung mit Leben gefüllt.
Natürlich durfte zunächst unsere Schule selbst nicht fehlen: Die Leipziger Gäste lernten die Schillerschule kennen, nahmen am Unterricht teil und verbrachten Zeit mit ihren Frankfurter Austauschpartnerinnen und -partnern.
Auch Frankfurt wurde gemeinsam erkundet. Am Montag ging es auf die Aussichtsplattform des Maintowers. Von hier aus konnten unsere Gäste einen wunderbaren Eindruck von Frankfurt bekommen, zumal das Wetter mitspielte und der Ausblick eine tolle Sicht bot.
Am ersten Abend wurde es dann richtig frankfurterisch: Im Apfelwein Dax konnten die Leipziger die Frankfurter Küche und ihre kulinarischen Besonderheiten kennenlernen. In großer Runde mit unserem Schulleiter Michael Haas und seiner Frau, dem Leipziger Schulleiter Knut Schleicher, Mitgliedern des SEB und des Fördervereins sowie einigen Gasteltern wurde es ein geselliger und anregender Abend.
Am Dienstag folgte eine Stadtführung durch unser Banken- und Bahnhofsviertel. Besonders authentisch wurde diese durch unseren Stadtführer, der den Teilnehmenden so manche Frankfurter Anekdote erzählte und die Stadt nicht nur zeigte, sondern dabei auch ordentlich hessisch babbelte.
Am Mittwochvormittag standen eine Führung und ein Workshop im Deutschen Romantik-Museum auf dem Programm – Goethe, Schiller und die Romantik sind immer wieder eine bedeutende Verbindung der Städtepartnerschaft.
Politisch und gesellschaftlich wurde es dann am Nachmittag: In einer Gesprächsrunde mit Stadträtin Dr. Ina Hartwig diskutierten die Jugendlichen über die Frage: „Wie wollen wir leben – und was können Politik, Kultur und wir selbst dafür tun?“ Dabei ging es um unsere Stadt, den aktuell auseinanderdriftenden gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Möglichkeiten, die jede und jeder Einzelne hat, unser Zusammenleben in einem positiven Sinne mitzugestalten.
Zum Abschluss besuchten die Schülerinnen und Schüler am Donnerstag die Europäische Zentralbank. Bei einer Führung durch das Gebäude und den Turm erhielten sie Einblicke in die Arbeit der EZB und erweiterten ihr Wissen bezüglich der Vorteile des „Projektes“ Europäische Union. Im Eingangsbereich entdeckten wir einen Satz, der vielleicht kaum besser zu unserem Austausch hätte passen können:
„It is better to fight around a negotiation table than on a battlefield“ (Jean Monnet)
Gerade angesichts der Wahlergebnisse der vergangenen Monate wurde allen Beteiligten noch einmal deutlich, wie wichtig Begegnungen, Austausch und das persönliche Miteinander sind. Ein deutsch-deutscher Austausch kann Unterschiede zwischen Ost und West nicht einfach auflösen. Aber er bietet jungen Menschen die Möglichkeit, miteinander in einen Dialog zu treten, Gemeinsamkeiten zu entdecken und unterschiedliche Lebenswelten kennenzulernen.
Rückblickend hat auch dieser Gegenbesuch gezeigt, wie wertvoll persönliche Begegnungen für das gegenseitige Verständnis sind. Aus einer Schulpartnerschaft werden so konkrete Beziehungen – und aus Gesprächen vielleicht ein besseres Verständnis füreinander.
Unser herzlicher Dank gilt zunächst nochmals Stadträtin Dr. Ina Hartwig für ihre Zeit und den anregenden Austausch mit den jungen Menschen. Ebenso bedanken wir uns beim Förderverein der Schillerschule, der den Austausch finanziell unterstützt hat.
Leo Wörner