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„Wer nichts waget, der darf nichts hoffen.“

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  • Beitrag veröffentlicht:12. Juni 2026

Schüleraustausch der „Schillerschulen“ Frankfurt und Leipzig – Begegnungen, Geschichte und neue Freundschaften

„Wer nichts waget, der darf nichts hoffen.“

Im Sinne dieses Ausspruchs von Friedrich Schiller waren Vorfreude und Erwartungen groß, als neun Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klasse sowie zwei Lehrkräfte den ICE in Frankfurt Richtung Leipzig bestiegen.

Die Schulpartnerschaft zwischen der Schillerschule Frankfurt und der Friedrich-Schiller-Schule Leipzig, die seit einigen Jahren besteht, wurde nun erstmals um den vielleicht wichtigsten Baustein erweitert: einen innerdeutschen Schülerinnen- und Schüleraustausch.

Vom 31. Mai bis zum 3. Juni verbrachten die Jugendlichen aus Frankfurt vier spannende Tage in Gastfamilien in Leipzig. Dadurch lernten sie nicht nur die Stadt, sondern auch den Alltag ihrer Austauschpartnerinnen und -partner kennen.

Am Anreisetag ging es zunächst zur Schule im Stadtteil Leipzig-Gohlis, wo das gegenseitige Kennenlernen im Mittelpunkt stand. Empfangen wurden wir dort von Schulleiter Knut Schleicher, von Jens-Uwe Jopp, Geschichts- und Deutschlehrer sowie Mitinitiator der Schulpartnerschaft, und natürlich von den Austauschpartnerinnen und -partnern. Kurz darauf trafen sich alle zum gemeinsamen Abendessen in der Leipziger Ausgabe des „Gemalten Hauses“, der „Gosenschenke Ohne Bedenken“, die ebenfalls nur wenige Gehminuten von der Schule entfernt liegt. Zum Essen stießen auch unser Schulleiter Michael Haas sowie einzelne Eltern der Leipziger Austauschpartner hinzu, sodass wir am Ende eine große Runde waren.

Am nächsten Tag nahmen die Gäste aus Frankfurt am Unterricht teil und erhielten so einen Einblick in den Schulalltag ihrer Austauschpartner. Ein besonderer Programmpunkt war an diesem Vormittag die Gesprächsrunde mit der sächsischen Staatsministerin für Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt, Petra Köpping, zum Thema „Demokratie – sicher und sozial?“. Die Diskussion hatten Schülerinnen und Schüler aus Frankfurt und Leipzig gemeinsam vorbereitet. In offener Atmosphäre diskutierten Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Petra Köpping über die politische und gesellschaftliche Lage, den gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie die aktuellen Herausforderungen unserer Demokratie.

Als sportlicher Abschluss des Tages ging es auf den Karl-Heine-Kanal. Dort wurden die Stadt und ihre westlichen Viertel vom Wasser aus in einem großen Drachenboot erkundet – mit bis zuletzt herausragender „Ruder-Moral“ der Schülerinnen und Schüler.

Am Dienstag übernahm unser Leipziger Kollege Jens-Uwe Jopp die Stadtführung. Er führte uns zu einigen historischen Höhepunkten der Innenstadt: Nikolaikirche, Marktplatz, Thomaskirche, Auerbachs Keller, Schillerdenkmal, Moritzbastei und Universität sowie das Gewandhaus. Anschließend besuchten wir das Zeitgeschichtliche Forum. Dort stand die Geschichte der DDR von 1949 bis 1989 im Mittelpunkt.

Nach einer Mittagspause ging es mit der Straßenbahn zum „Völki“. Der Besuch des berühmten Denkmals, das an die Völkerschlacht von 1813 erinnert und mit seinen 91 Metern Höhe zu den bekanntesten Wahrzeichen Leipzigs zählt, war ein voller Erfolg. Die Schülerinnen und Schüler erklommen die vielen Stufen zur Aussichtsplattform scheinbar mühelos und in zügigem Tempo. Oben angekommen bot sich uns ein weiter Blick über die Stadt und ihre Umgebung.

Bevor es am Mittwoch zum Bahnhof und schließlich zurück nach Frankfurt ging, durfte ein Besuch von Schillers Wohnhaus in Leipzig-Gohlis, wo er 1785 weilte, nicht fehlen. Erneut übernahm Kollege Jopp souverän die Führung und konnte durch manche Anekdote über unseren gemeinsamen Namensgeber das Interesse der jungen Leute bis zuletzt wecken.

Rückblickend zeigte der Austausch, wie wertvoll persönliche Begegnungen für das gegenseitige Verständnis und das Zusammenwachsen junger Menschen – und damit auch unserer Demokratie – sind. Gleich zwei Zeitungsartikel (hier und hier) sind erschienen, die über unsere Zeit in Leipzig berichteten.

Am Ende waren alle glücklich, dieses Unterfangen „gewagt“ zu haben. Die Vorfreude auf ein Wiedersehen in Frankfurt im September ist bereits jetzt groß.

Ein herzlicher Dank gilt unseren Leipziger Kolleginnen und Kollegen sowie dem Förderverein der Schillerschule und dem Referat für Internationale Angelegenheiten der Stadt Frankfurt, die den Schüleraustausch finanziell unterstützt haben.

Leo Wörner